Einführung
Manuell gemountete Dateisysteme sind temporär – wie ein Campingzelt.
Damit ein Mount dauerhaft bestehen bleibt – wie ein Haus –, bearbeiten Sie /etc/fstab.
fstab (Filesystem Table) ist die „Aufgabenliste für den Systemstart“.
In diesem Lab fügen Sie eine Anweisung für einen persistenten Mount hinzu.
Diese Datei ist wichtig, weil manuelle Mounts nach einem Neustart verschwinden. Für persistente Mounts muss das System beim Booten wissen, was an welchem Ort gemountet werden soll.
/etc/fstab lesen
Sehen Sie sich die aktuelle Liste an:
cat /etc/fstab
Ausgabe:
## <file system> <mount point> <type> <options> <dump> <pass>
UUID=... / ext4 errors=remount-ro 0 1
Spalten:
- Device: Was gemountet werden soll (UUID oder Pfad).
- Mount Point: Der Ort, an dem es gemountet wird.
- Type: Das Dateisystem (ext4, xfs).
- Options: Die Regeln für den Mount (defaults, ro).
- Dump/Pass: Flags für Sicherung und Überprüfung (0 0).
Auch wenn Administratoren nicht sofort jedes Feld in fstab auswendig kennen, müssen sie diese Datei sorgfältig behandeln. Schon ein kleiner Tippfehler kann verhindern, dass ein Dateisystem beim Systemstart korrekt gemountet wird.
fstab bearbeiten
Fügen Sie einen Eintrag für unser Disk-Image hinzu.
Erstellen Sie zuerst eine Sicherungskopie!
Das ist allgemein eine gute Vorgehensweise bei Systemen: Erstellen Sie vor der Bearbeitung einer wichtigen Konfigurationsdatei eine wiederherstellbare Kopie. So können Sie die Datei leicht zurücksetzen, falls etwas schiefgeht.
sudo cp /etc/fstab /etc/fstab.bak
Öffnen Sie die Datei mit nano:
sudo nano /etc/fstab
Fügen Sie diese Zeile am Ende der Datei ein:
/home/labex/project/disk.img /home/labex/project/mountpoint ext4 defaults,loop 0 0
Aufschlüsselung:
- Device: Pfad zum Image.
- Point: Pfad zum Verzeichnis.
- Type:
ext4. - Options:
defaults,loop(loopwird für Dateien benötigt).
Speichern Sie die Datei mit Ctrl+O, drücken Sie Enter und beenden Sie nano mit Ctrl+X.
Überprüfen (mount -a)
Testen Sie die Konfiguration, ohne das System neu zu starten.
mount -a liest fstab und mountet alle darin angegebenen Dateisysteme.
sudo mount -a
Keine Ausgabe bedeutet: Erfolg.
Eine Fehlermeldung bedeutet: Tippfehler. Beheben Sie ihn.
Deshalb ist mount -a eine wichtige Sicherheitsprüfung. Sie können die Konfiguration sofort testen, statt Fehler erst nach einem Neustart zu entdecken.
Überprüfen Sie, ob das Dateisystem gemountet wurde:
df -h | grep mountpoint
Ausgabe:
/dev/loopX ... /home/labex/project/mountpoint
Zusammenfassung
In diesem Lab sind Sie vom „Camping“ – temporären Mounts – zum „Bauen“ – persistenten Mounts – übergegangen.
/etc/fstab: Die Aufgabenliste des Systems für den Speicher beim Systemstart.- Sicherungskopien: Eine wichtige Vorsichtsmaßnahme vor der Bearbeitung wichtiger Systemdateien.
mount -a: Die sichere Möglichkeit, diese Aufgabenliste ohne Neustart zu testen.
Jede professionelle Linux-Administration stützt sich auf diese Schritte, damit Server nach einem Neustart wieder korrekt online kommen.



